Archiv für Juli 2008

Demonstration gegen Nazi-Fest in Gera

Am 19.Juli 2008 beteiligten wir uns an der Demonstration des „Bündnis gegen Rechts“ in Gera. Grund der Demonstration war das Nazi-Fest der NPD mit mehreren rechtsextremen Bands und Rednern welches mittlerweile zum 6. Mal stattfand.

Auf dem Weg zur Demonstration mit der Regional Bahn wurden wir von Bahnhof zu Bahnhof mehr Menschen die mit uns nach Gera wollten. Lediglich ca. 20 Neonazis, größtenteils im Skinhead-Look, wurden unter Polizeischutz in Hermsdorf-Klosterlausnitz in unseren Zug gepackt, die Anzahl der Antifaschisten wuchs bis dahin auf 80 an. In Gera angekommen versperrten uns Polizisten im Bahnhof den Weg. Grund dafür war, dass die Polizei uns zum Kundgebungsort eskortieren wollte. So zog der Mob von ca. 80 Antifas in Polizeibegleitung in Richtung Innenstadt. Zu Problemen kam es nicht auch als sich wenige Nazis an einer Kreuzung zeigten.

Da es bis zum Anfang der Demonstration noch dauerte, schauten wir uns ein bisschen in der Stadt um. Wo Mensch einige suspekte Menschen zu Gesicht bekam, welche als NeoNazis zuzuordnen waren, auch z.B. Thor Steinar Pullover wurden gesichtet, allerdings schützten sich die einzelnen Nazis meist hinter Kindern oder Frauen. Was anscheinend auch eine neue Masche von einigen zu sein scheint.

Um 14 Uhr ging dann endlich die Kundgebung mit Reden vom Bürgermeister u.a. los. Zu diesem Zeitpunkt war der Platz vor dem Museum gut gefüllt und viele Menschen tummelten sich an den vielen Ständen von z.B. Mobit oder bedienten sich bei günstigen Preisen an Essen und Trinken. Leider waren nur wenige Geraer Bürger anwesend dafür viele Punks, Skins, alternative und antifaschistische Jugendliche.

Nach ca. einer halben Stunde formierten wir uns mit den anderen Antifas zu einem Block, da wir endlich mit der Demonstration beginnen wollten. Der Veranstaltungsanmelder gab bekannt, das der Bürgermeister, der Stadtrat und die Bürgis die Front bilden. dann der Lautsprecherwagen fährt und dann der Rest. Der Rest waren dann wohl wir. Obwohl der Rest wohl mehr war als die Front, was Mensch auf den Bildern gut erkennen kann. So zogen also der Bürgermeister mit ca. 30 Leuten vorneweg und ein großer und lautstarker schwarzer Block mit vielen Transparenten hinter den Lautsprecherwagen hinterher. Nach ca. 500 Metern gab es eine kleine Sprinteinlage des Schwarzen Blocks, welche ja gerne bei Demonstrationen angewandt wird. Ein kurzer Regenschauer begleitete die Demo bis hin zum Veranstaltungsort der Nazis. Dort direkt auf der Brücke über der „Weißen Elster“ war die Zwischenkundgebung, wo Mensch auch ein paar NeoNazis zu Gesicht bekam, allerdings nur aus weiter Entfernung. Die Polizei riegelte alle Straßen in Richtung Nazi-Veranstaltung ab, auch in Richtung des Geraer Naziladen stand eine Polizeikette, welche auch einige Nazis wieder zum umkehren zwang.

Nach der Zwischenkundgebung gab es ein Handgemenge zwischen Demonstranten und Polizei, wo es auch zu einigen Festnahmen seitens der Polizei kam. Warum es dazu kam konnten wir zu dem Zeitpunkt nicht ersehen. Die Polizei, darunter vor allem das BFE, wollte dann die Demo schnellstmöglich von der Brücke und der Kreuzung bekommen, damit der Verkehr wieder fließen konnte. Dies geschah allerdings nur mit Widerstand seitens der Antifa, so sollte Solidarität mit den Festgenommenen gezeigt werden. Nur langsam beruhigte sich die Situation und es dauerte noch eine ganze weile bis die Demonstration langsam wieder in den Gang kam. Ab diesem Zeitpunkt lief das BFE verstärkt Spalier um den Antifa-Block. Allerdings nicht bis zum Ausgangspunkt, welcher auch der Endpunkt war. Dort spielte dann noch eine gute Hip-Hop Formation auf der Bühne auf. Welche nochmal für gute Stimmung sorgte. Bei der Heimreise kam es zu keinen Belästigungen seitens der Polizei oder von NeoNazis. Scheinbar waren die NeoNazis doch beeindruckt davon, dass so viele Menschen gegen sie demonstriert haben.

Fazit: Nach 5 Jahren Nazi-Fest in Gera und brutaler Gewalt von Rechtsextremen konnte im 6. Jahr eine antifaschistische Demonstration mit ca. 500 Menschen ein deutliches Signal gegen die Braune Brut setzen. Übergriffe von rechts konnten verhindert werden, vor allem weil sich sehr viele Antifas, Punks, Skins und Alternative Menschen aus Thüringen und anderswo beteiligten. Thüringen ist nicht braun und das bewies der Samstag in Gera und lässt auf weitere gute Aktionen auch in der Provinz hoffen.

Zusammen Faschisten bekämpfen jederzeit und überall!

Antifaschistische Provinz Aktion

Fotos zum Bericht gibts hier

Polylux: “Autonome Neonazis – die wachsende Gefahr”

Polylog TV zeigt hier ein sehr interessantes Video über die neuen Neo-Nazis, welche sich Autonome Nationalisten nennen. Es zeigt was für eine Aggressivität und Brutalität in Ihnen steckt. Die Befragten selbst geben ihre eigentliche Ideologie nur Vermummt wieder. Das die Ideologie die gleiche ist wie früher, ändert ihr Black-Block Style nicht, es macht es nur schwerer sie von uns zu unterscheiden. aber seht selbst und bildet euch eure eigene Meinung.


polylog Autonome Nationalisten @ www.polylog.tv/videothek

Schlapphüte on Tour

Bereits am 08.07. diesen Jahres kam es in Erfurt zu einem Anquatschversuch seitens des Thüringer Verfassungsschutzes. Die betroffene Person, welche in der linken Szene aktiv ist, ließ sich jedoch nicht auf ein „nettes unverfängliches Gespräch“ ein. Die näheren Umstände des Anquatschversuches können unter http://de.indymedia.org/2008/07/222161.shtml nachgelesen werden. Zeitpunkt, Örtlichkeit usw. lassen eine Handyortung vermuten, da die betroffene Person nicht regelmäßig an jener Stelle anzutreffen ist.

Hier noch mal der eindringliche Rat: Lasst euch nicht auf Gespräche mit dem VS ein. Wenn ihr von den Damen und Herren vom VS angequatscht werdet, macht es öffentlich. Dies hat für euch keine juristischen Folgen. Ansprechpartner_In für solche Situationen kann die Antifagruppe eures Vertrauens sein, besser jedoch die Rote Hilfe.

Der Verfassungsschutz ist kein Wohltätigkeitsverein sondern ein Geheimdienst, der Informationen über die linke Szene sammelt, welche dann als „Erkenntnisse“ staatlich repressives Handeln gegen euch legitimieren soll. Das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz hat es in seiner Geschichte immer wieder fertig gebracht, die Neonaziszene über Spitzelgelder [Beispiel Tino Brandt] zu finanzieren, dabei jedoch über deren Treiben relativ ahnungslos zu sein. Der Sehschwäche auf dem rechten Auge stand schon immer eine stärkere Fokussierung auf linke Aktivitäten entgegen.

Quelle: AG17

Kundgebung und Spontandemo gegen Naziladen

Göttingen: Unter dem Titel einer „privaten Geburtstagsfeier“ sollen die vier Bands Spy Kids, AntiClockwise, Rampage und Sinners Since Birth auftreten. Während die SpyKids 2005 mit anderen Nazibands (Razorblade und Last Riot) aufgetreten sind, zeichnen sich die anderen vor allem durch einen eindeutig rechten Fankreis aus.

Den kompletten Text gibts hier!

Quelle: Redical M

Über 200 Antifaschist_Innen auf einer Spontandemo gegen Polizeigewalt und Naziterror

Nach dem am Samstag dem 13.07.08 ca 25 Nazi-Hooligans der Vereinigung „Kategorie Erfurt“ (KEF) Feiernde einer Schlauchboot-Tour angriffen und diese sich daraufhin erfolgreich wehrten, kam es unmittelbar im Anschluss zu einem brutalen Polizei-Einsatz gegen die Angegriffenen. Diese Geschehnisse wurden zum Anlass für eine kraftvolle antifaschistische Spontandemo genommen. Doch eins nach dem anderen:

Den kompletten Text gibts hier!

Solidarität mit den Betroffenen!!!

Quelle: AG17

Rechtes Konzert in Göttingen

Da es seit einigen Tagen Gerüchte über ein Rechtsrock-Konzert in Göttingen gibt und auf einer Stadt-Informationsseite krude Geschichten erzählt werden, soll hier nun einmal kurz aufgeklärt werden. Oder zumindest Licht ins Dunkel gebracht werden. Vorab-Fakten: Das Konzert findet am Samstag, den 12. Juli 2008, in der Strip-Bar „Moonlight“ in der Hannoverschen Str. 86 statt.
Alles fing mit einer Pressemitteilung der ALI (Antifaschistischen Linke International) an! Diese wies darauf hin, dass auf dem Konzert der Nazi-Versand „Adler-Versand“ einen Stand macht. Das ist völlig korrekt:

Denn im rechtslastigen Rock-Oi-Forum steht:

„zum konzert gibt es nen liefer service vom w*w.adler-versand.com ! wer also porto sparen will und eh lieber bar blecht,hat so die chance
und wer heute noch bestellt kann auch noch 10% einsacken!
die bestellungen für den lieferserice sollten bis spätestens donnerstag
12.00 eingegangen sein!einfach im mitteilungs feld bemerken oder die
bestellung an ****@adler-versand.com schicken!“

Schaut man sich auf der Adler-Versand Seite mal um, findet allerlei Nazi-Devotionalien. Wer also einen solchen Versand auf sein Konzert einlädt, macht sich mitschuldig. Der Adler-Versand schreibt dazu folgendes:

„ali erweckt den anschein als würde es bei uns nur skrewdriver,weisse wölfe und konkwista88 verkauft,man bekommt aber auch laurel aitken,judge dread,ect, etwas soll und punk!“

Aha nicht nur, aber auch(!) jede Menge Nazi-Sachen sagt er selbst.

Desweiteren ist der Besitzer, oder zumindest der Anmelder der Moonlight-Domain im Internet, laut KennerInnen der Rechten Szene KEIN Unbekannter in Göttingen : Anonino Muce wurde einst dem Umfeld der Kameredschaft Northeim zugerechnet. Dann wurde es lange Jahre ruhig um ihn. Nun ist er wieder auf der (GoGo-)Tanzfläche erschienen.

Auf der Myspace-Seite des Moonlights sind zahlreiche Rechtsradikale als „Freunde“ des Clubs eingetragen, unter anderem der Adler-Versand. Komischer Schuppen der soviele Nazi-Freunde hat?! Ähnlich sieht es bei den Bands aus, die an dem Abend auftreten sollen. Sie alle geben sich unpolitisch, unter ihren Fans sind aber laut Myspace-Freunden zahlreiche Rechtsradikale! Warum umgeben sich dann diese „unpolitischen“ Bands mit Rechtsradikalen? Und warum spielten „Spy Kids“ aus Weimar bereits mit eindeutigen Nazi-Bands zusammen (im April 2005 in Neustadt)?!

Desweiteren wird auf einer Myspace-Seit eines 33-Jährigen Göttinger Skinhead Werbung für dieses Konzert gemacht. Es wird vermutet, dass er das Konzert veranstaltet. Der Typ scheint laut seiner Seite ebenfalls ein Rechtsradikaler zu sein, inklusive seiner Freundin. Da wird dann munter Skrewdriver, Sleipnir, Kategorie C und anderere Rechtsrockmusik gehört. Rock Against Communism, HateSociety, 88, 14 Words, Wehrmachtssoldaten, etc sind zu sehen… Die Liste kann lustig weiter geführt werden. Aktuell steht auf seiner Seite „das gibt wohl n satz heisser ohren.. für DIE!!!!! arme,kleine, unwissende kinder spielen mit dem feuer…“

Fazit:
Ein Konzert mit einem Nazi-Versand. Ein Konzert in einem Club von einem (EX?)-Rechtsradikalen. Ein Club der viele Rechtsradikale Freunde zu haben scheint. Veranstaltet bzw. beworben von einem Rechtsradikalen und seinen Freunden. Bands die kein Problem damit haben Rechtsradikale ihre Freunde zu nennen (bzw. SpyKids die Nazi-Bands zusammen spielen). Ihr seid ja so „oi-unpolitisch“?!

Anmerkung für die Seite aus Göttingen, die sich über mangelnden Datenschutz beschwert: Aus Mails, der Antifa zu zitieren OHNE vorher zu fragen, ist leider genauso fahrlässig und naiv!

Quelle: http://de.indymedia.org/2008/07/221834.shtml